Das Briefing
Shit in! Shit out! Gute Ergebnisse beginnen mit einem gutem Briefing
Warum laufen Projekte schief, obwohl alle dieselben Informationen hatten? Meist fehlt nicht Wissen, sondern Klarheit. Dieser Artikel zeigt, was ein Briefing leisten muss, warum unklare Ziele und Erwartungen Projekte blockieren und wie man ein Briefing so formuliert, dass Teams damit wirklich arbeiten können.
Shit in! Shit out! So einfach.
Kaum ein Satz beschreibt die Realität im Marketing treffender. Wer schon einmal mit Agenturen, internen Teams oder Freelancern gearbeitet hat, weiß: das Ergebnis von Projekten ist nur so gut wie ein Briefing. Und trotzdem: kaum etwas wird im Alltag so oft unterschätzt, verkürzt oder schlichtweg vergessen. Zeitdruck, Annahmen, Bauchgefühl und schon ist das Projekt auf dem besten Weg in die Irre. Zeit also, sich diesen unscheinbaren Begriff einmal genauer vorzunehmen.
Was bedeutet Briefing eigentlich?
Ein Briefing ist keine reine Informationssammlung. Es ist die Grundlage für alles, was danach kommt: Strategie, Konzept, Kreation, Umsetzung.
Im Ursprung stammt der Begriff aus dem Militär und bedeutete nichts anderes als eine Lagebesprechung, bei der die Tagesbefehle ausgegeben wurden. Später fand er über die Werbepioniere Rosser Reeves und David Ogilvy seinen Weg ins Marketing.
Kurz gesagt: Ein Briefing ist eine strukturierte Einweisung in eine Aufgabe, die einen Dritten befähigt, ein Ziel eigenständig zu erreichen. Und zwar so, dass das Ergebnis nicht erraten, sondern verstanden wird. Oder einfacher: Ein gutes Briefing ist der Moment, in dem Klarheit Verantwortung übernimmt.
Warum so viele Briefings scheitern
Ein schlechtes Briefing erkennt man nicht daran, dass Informationen fehlen, sondern daran, dass Kontext fehlt. Ein Beispiel: Ein Produktmanager sagt, die Agentur solle „einen Flyer für das neue Produkt“ machen. Klingt simpel. Doch was genau soll der Flyer bewirken? Aufmerksamkeit? Information? Abverkauf? Und wer soll ihn lesen? Endkunde, Händler, Architekt? Fehlt dieser Kontext, rutscht das Projekt schnell in die Kategorie „Missverständnis mit Ansage“.
Die häufigsten Ursachen lassen sich auf drei Ebenen festmachen:
  1. Unklare Ziele Viele Briefings beschreiben Aufgaben, aber keine Absichten. Wer nicht weiß, was er eigentlich erreichen will, kann das Ergebnis später kaum richtig bewerten.
  2. Fehlender Kontext Informationen ohne Relevanzbezug führen zu Leerlauf. Daten werden geteilt, aber nicht erklärt. Die Beteiligten sprechen über Produkte, nicht über Bedürfnisse.
  3. Implizites Wissen Das schlimmste Gift für Briefings: „Das ist doch klar.“ Was für den einen selbstverständlich ist, ist für den anderen eine Leerstelle. In Unternehmen mit gewachsener Kultur kommt erschwerend hinzu, dass Sprache, Abkürzungen und interne Codes den Zugang für Außenstehende erschweren.
Der Denkfehler hinter vielen Briefings
Ein Briefing wird oft als Übergabe verstanden: Ich erkläre kurz, was ich brauche, und der andere liefert. Doch ein Briefing ist kein Ballwechsel, sondern ein gemeinsames Spielfeld. Es geht nicht darum, Aufgaben abzuladen, sondern Verständnis zu erzeugen. Ein gutes Briefing beantwortet drei einfache, aber entscheidende Fragen:
  • Was soll entstehen? (Das Ziel, der Zweck, die Wirkung)
  • Warum ist es wichtig? (Der strategische oder emotionale Kontext)
  • Für wen ist es gedacht? (Die Zielgruppe und deren Situation)
Wer diese drei Fragen nicht klar beantworten kann, ist schlichtweg nicht briefbereit.
Was ein gutes Briefing auszeichnet
Ein gutes Briefing ist:
  • konkret (es benennt Ziele, nicht nur Aufgaben)
  • verständlich (es spricht in Sprache, nicht in Fachchinesisch)
  • relevant (es enthält nur Informationen, die dem Ziel dienen)
  • anschlussfähig (es ist so formuliert, dass andere damit weiterarbeiten können)
Dabei gilt immer: Ein Briefing ist kein einmaliger Akt, sondern ein Prozess. Wer ernsthaft Zusammenhänge verstehen will, führt Vorgespräche, klärt Erwartungen und lässt Spielräume. Gute Briefings entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im Dialog.
Mini-Check: Bin ich bereit zu briefen?
Bevor Sie Ihr nächstes Briefing schreiben, stellen Sie sich diese Fragen:
  1. Weiß ich wirklich, was das Ziel ist, oder beschreibe ich nur eine Maßnahme?
  2. Kenne ich die Zielgruppe und ihr Bedürfnis?
  3. Habe ich erklärt, warum das Projekt relevant ist?
  4. Wissen alle Beteiligten, wer welche Rolle spielt?
  5. Gibt es Deadlines, Budgets und Erfolgskriterien oder nur Hoffnungen?
Wenn Sie bei zwei oder mehr Punkten zögern, lohnt sich noch ein Kaffee, bevor Sie losschicken. Denn es gilt: Ein gutes Briefing schafft Orientierung, ohne zu engen Rahmen. Es schafft Vertrauen, ohne Kontrolle. Und vor allem: Es spart Zeit, Geld und Nerven.
Vermeide Chaos
Ein Briefing ist kein Pflichtdokument. Es ist ein Werkzeug zur Vermeidung von Chaos. Und wer glaubt, dass man Kreativität nicht briefen kann, verwechselt Freiheit mit Beliebigkeit. Im nächsten Teil geht es darum, warum gutes Briefen und gutes Prompten im Kern dasselbe sind und was wir aus der KI lernen können, um bessere Marketeers zu werden.
ArtikelSerie: Das Briefing
Das Briefing macht Plappern zu Gold.
Ein kompakter Einstieg in das Fundament jeder guten Zusammenarbeit: das Briefing. Der Artikel zeigt, warum Projekte trotz klarer Informationen scheitern, wo Missverständnisse entstehen und weshalb ein gutes Briefing weniger mit Formalität und mehr mit echter Klarheit zu tun hat.
Gedanke 1
Was ist ein Briefing?
Gedanke 2
Prompten ist ein Briefing in neu
Gedanke 3
Vorlagen können helfen. Mehr zum Product- und Creative Briefing
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