KI Vs. Marketing: Teil 1
Warum Mensch und KI grundlegend anders denken
Menschen und KI denken nicht gleich. Die Maschine berechnet Wahrscheinlichkeiten. Der Mensch erkennt Bedeutung. Warum dieser Unterschied entscheidend für das Marketing ist, erkläre ich im ersten Teil meiner Artikelserie.
Kann die KI Marketeers ersetzen?
Seit KI im Marketing angekommen ist, höre ich immer wieder dieselbe Frage. Kann die Maschine uns ersetzen. Und jedes Mal denke ich mir. Nur wenn wir vergessen, wie grundlegend verschieden wir funktionieren. Mensch und KI sind nicht zwei Versionen derselben Intelligenz. Sie sind zwei völlig verschiedene Systeme, die manchmal zufällig ähnliche Ergebnisse liefern. Doch ihr innerer Antrieb könnte kaum unterschiedlicher sein.
Die Maschine rechnet. Der Mensch deutet.
Eine KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Sie betrachtet Muster in unfassbarer Menge und zieht daraus die wahrscheinlichste Fortsetzung. Die Maschine erzeugt immer etwas, das im Rahmen ihrer Daten liegt. Und genau dort beginnen die Unterschiede.
Der Mensch arbeitet nicht mit Wahrscheinlichkeiten. Der Mensch arbeitet mit Bedeutung. Er versteht nicht nur, was etwas ist, sondern warum es wichtig ist. Er erkennt Zwischentöne, die keine Maschine sieht. Und er entscheidet oft entgegen aller Wahrscheinlichkeiten, weil Instinkt oder Erfahrung etwas anderes sagen.
Die Maschine kennt keine Lücke. Der Mensch lebt in ihr.
KI ist gut in Vollständigkeit. Sie will jede Leerstelle schließen. Sie erzeugt konsistente Muster und sauber aufgelöste Bilder. Der Mensch hingegen denkt selten linear. Er folgt Assoziationen, Umwegen, Bildern, Erinnerungen. Er stolpert über eine Idee und findet zufällig etwas Neues. Dieser Raum des Unfertigen ist ein kreativer Schatz. Dort entstehen Innovationen. Dort entstehen Geschichten. Dort entstehen Marken. KI hingegen sucht nach Abschluss. Das ist nützlich, aber nicht originell.
Die Maschine produziert Varianten. Der Mensch trifft Entscheidungen.
Je länger ich mit KI arbeite, desto klarer wird mir. Die Maschine kann unendlich viel anbieten. Aber sie kann nicht entscheiden, welche Variation trägt. Sie kann nicht intuitiv erkennen, was Wirkung entfaltet. Genau das ist aber die eigentliche Aufgabe im Marketing. Entscheiden heißt Verantwortung. Es heißt Risiko. Es heißt Mut. Die Maschine kennt nichts davon. Sie liefert Alternativen. Der Mensch wählt Blickrichtung.
Die Maschine reproduziert Welt. Der Mensch erschafft Welt.
KI ist eine Spiegelmaschine. Sie spiegelt das, was wir ihr gegeben haben. Sie erzeugt Neues nur in dem Sinne, dass sie bekannte Elemente neu arrangiert. Doch wirkliche Originalität entsteht genau dann, wenn etwas auftaucht, das weder Daten noch Historie vorhersehen konnten. Das passiert nur im Menschen. Aus Erfahrung. Aus Wahrnehmung. Aus Erleben. Aus Phantasie. Und häufig aus Emotion, die sich nicht erklären, aber spüren lässt.
Marketing ist Kommunikation. Kommunikation ist Bedeutung. Bedeutung entsteht durch Kontext. Und Kontext entsteht durch Menschen. Wer Marketing auf KI reduziert, reduziert Marketing auf die Berechnung des Wahrscheinlichen. Das Ergebnis ist effizient, aber selten erinnerungswürdig. Marken aber leben nicht von Effizienz. Sie leben von Differenzierung. Von Haltung. Von Charakter. Von Reibung.
All das kann KI verstärken. Aber sie kann es nicht erschaffen.
Zukunft errechnen?
KI wird uns helfen. Sie wird uns beschleunigen. Sie wird uns unterstützen. Doch sie wird uns nicht ersetzen.
Nicht weil sie schwach wäre. Sondern weil sie auf einem völlig anderen Prinzip beruht. Die Maschine rechnet nur die Zukunft, aber der Mensch gestaltet sie.
ArtikelSerie: Marketing vs. KI?
Phantasie als kreative Ressource im Zeitalter der KI
Phantasie ist die Ressource, die KI nicht ersetzen kann. Sie erzeugt innere Bilder, die es vorher nicht gab und macht erst möglich, dass KI wirkungsvolle Ergebnisse liefert. Im zweiten Teil der Serie zeige ich, warum Phantasie der eigentliche Motor kreativer Arbeit bleibt.
Gedanke 1
Warum Mensch und KI grundlegend anders denken
Gedanke 2
Phantasie als kreative Ressource im Zeitalter der KI
Gedanke 3
Wie Standardisierung das Marketing austauschbar macht
Artikel 4
Warum Emotion das bleibt, was Maschinen nicht ersetzen können